Die Vereinsgeschichte

 

 

 

Am 25.Juli 1901 gründete sich der RC „Mark“ Wetter aus einem Zusammenschluss des Rudervereins Wetter, des Ruderclubs Wittekind Herdecke und eines Kreises Hagener Ruderer. Es gab jedoch schon 1900 einen vereinsmäßig betriebenen Rudersport in Wetter, der als Sportclub Wetter der Vorläufer des RC Mark war.

Die Mitgliederzahl war mit etwa 30 – 40 Personen klein. Geregeltes Training, Leistungsrudern und Regatten gab es noch nicht; man pflegte eher die Geselligkeit und bildete eine große Familie. Am Sonntagmorgen ruderte man mit Anhang in den Vereinsbooten die Ruhr hinauf, zur „Liebesinsel“ an der Ruhrschleife unterhalb des Harkortberges.

Die Gründung des Rheinisch-Westfälischen Regattaverbandes 1905 mit 1200 Mitgliedern aus 17 Vereinen weckte beim RCM den Wunsch, sich mit anderen Ruderern zu messen. Hierzu kam es zwar erst 1920, es begann aber nach der Anschaffung geeigneter Sportboote und mit der Einführung eines wirksamen Trainings eine Entwicklung zum Sportrudern. Bereits vor dem ersten Weltkrieg besaß der Verein eine kleine „Flotte“: zwei Vierer, einen Doppelzweier und einen Einer, außerdem vier der alten Vergnügungsboote. 1919 hatte der Verein 111 Mitglieder. Nach den schweren Kriegsjahren kam der Ruderbetrieb langsam wieder in Gang; eine neue Satzung und die Mitgliedschaft beim DRV und beim Rheinisch-Westfälischen Regattaverband weckten das Interesse am Rennsport. Eine privat initiierte Kollekte ermöglichte die Anschaffung des ersten Rennvierers und die Verlängerung des Bootsschuppens.

Nach den Kriegs- und Inflationswirren ging es mit neuem Mut und neuen Siegen voran. Im 25. Jubiläumsjahr 1926 wurde der Verein unter laufender Nr. 19 ins Vereinsregister Wetter eingetragen und damit als e.V. eine juristische Person. Die „Herrenruderer“ beobachteten mit Groll die Bildung von Damenabteilungen. 1932 wurden im RCM die Frauen als gleichberechtigte Mitglieder mit vollem Stimmrecht anerkannt – damals fast ein Sakrileg!

Mit 300 Mitgliedern, 10 Booten und finanzieller Unterstützung der Stadt Hagen war der RCM ein blühender Verein. Durch den Bau des Harkortsees verschwand die Idylle an der Ruhr, Rudern und Training im vertrauten Revier waren vorbei. Kurzfristig wich man auf den Hengsteysee aus, musste sich jedoch der Standortfrage stellen, um den Ruderbetrieb zu erhalten.

Die Weltwirtschaftskrise mit Massenarbeitslosigkeit und allgemeiner Not überschattete zusätzlich das Vereinsgeschehen: der Verein schrumpfte auf 167 Mitglieder. Auf dem fertigen Harkortsee konnte bald wieder trainiert werden, Regatten ergaben schöne Erfolge. Die in dieser Zeit erreichten Ruderkilometer gingen allerdings zum größten Teil auf das Konto der Damenriege. Wo waren die Männer?

 1933 verschärfte sich die abfallende Tendenz im Ruderbetrieb. Durch den Dienst der männlichen Aktiven in den politischen Organisationen und in den Wehrverbänden litt der Ruderbetrieb. Inzwischen war man am Obergraben eingerichtet und der RCM stolzer Besitzer eines Eigenheims auf eigenem Grund. 1935 ging es langsam aufwärts. Aber die Wände hatten Ohren, man lebte gefährlich. Die Gleichschaltung der Nationalsozialisten traf am 3. Juli 1936 auch den DRV: er wurde zum Deutschen Reichsbund für Leibesübungen.

1936 wurde in Wetter durch die Olympia-Euphorie der Nationalsozialisten das Schulrudern eingeführt.

 Ab 1939 verkümmerte das Vereinsleben durch den Krieg immer mehr. Der Ruderbetrieb lebte von den Schülern der Städt. Oberschule und von den Damen, die 1940 letzte Regatten besuchten. Vorstandssitzungen waren Stehkonvente, Clubfeste gehörten in das Land der Träume. In der letzten Phase der Luftangriffe kümmerte sich Hauswart Otto Schütz mit nur wenigen Freunden um das verwaiste Bootshaus, um das wertvolle Eigentum zu erhalten.

Das Boothaus hat die Ruhrtal-Überflutung durch die Zerstörung der Möhnesee-Staumauer am 17.Mai 1943 überlebt! Hubert Höfinghoff reparierte in monatelanger Arbeit die Boote und Möbel und beseitigte den „großen Dreck“. Mit Hilfe von Fremdarbeitern aus dem Osten wurde eine neue Ponte gebaut. So konnten die restlichen Mitglieder 1944 - für kurze Zeit - ein schönes Bootshaus bewundern.

Etliche ungebetene Gäste des „1ooojährigen Reiches“ - Flüchtlinge und Landser (oder Volkssturm) fanden im Bootshaus Unterkunft und raubten die oben gerühmte Schönheit. Am 11. April 1945 schlugen die ersten Granaten in Wetter ein. Am 12. April 1945 sprengten die deutschen Truppen die Ruhrbrücken über dem Harkortsee und die Overwegbrücke. Am 13. April 1945 marschierten die Amerikaner vom Harkortberg in die Stadt Wetter ein.

Am 9.Mai 1945 tritt um 00.01 die Gesamtkapitulation der deutschen Wehrmacht in Kraft. Der Krieg war vorbei! Der RCM hatte viele Kameraden im Krieg verloren.

 

Trotz allem war der RCM glimpflich davongekommen; das ramponierte Bootshaus wurde bald wieder Mittelpunkt des Clublebens. Wetter war erst amerikanisch, später britisch besetzt. Beide hatten den Harkortsee als ideales Freizeitgebiet entdeckt. Die Amerikaner hatten die Paddelboote entdeckt. Die Briten waren von Haus aus Rudersportler. Im allgemeinen Durcheinander verschwanden je nach Zeitgeist und Nationalität Boote und Zubehör.

Allmählich beginnt der Wiederaufbau. Heimlich und still, ohne Wissen der Besatzungsmacht, ruft der RCM ins Leben zurück und setzt einen neuen Vorstand ein. 33 Regattasiege von 1946 - 50 sind die Früchte dieses Aufbruchs. Aufbau- und Ausbauarbeiten des Bootshauses folgen.

 1. Januar 1948 Der „Rudersport“ - Organ des DRV - erscheint wieder 14. August 1949 Wahl zum 1. Bundestag der BRD 11. Dezember 1949 Wiedergründung des DRV

1947 hat der RCM 207 Mitglieder. Junge Menschen füllen die Kriegslücken. 1951 wird der RCM 50 Jahre alt. Man ist wieder wer! Man kommt in schwarz und in lang... Regatten mit Bootstaufen und 6000 Zuschauern folgen, das Jubiläum wird gebührend gefeiert. 1951 wird das Schulrudern wieder aufgenommen.

Am 23. Mai 1959 wird die Einweihung des neuen Bootshauses gefeiert. Der eigentliche Vater dieses Erfolges ist mit unvergleichlichem Idealismus und großem Einsatz Walter Bech. Der Rudersport blüht weiter und hat in Karl Adam, gebürtig in Hagen-Vorhalle, sein „Ruderwunder“ gefunden. Das Bootshaus wird aufgestockt und „es geht wieder los“. 1963 ist das Bootshaus bewirtschaftet, 1964 wird ein Telefon installiert und die Konzession für den Ausschank erteilt. 1976 wird der RCM 75 Jahre alt. Bewegte Jahre mit unterschiedlichen Erfolgen im Rennrudern und im Breitensport folgen.

Zu den herausragenden Jugendsportlern des RCM gehören in den folgenden Jahren Jörg Puttlitz, Thomas Viehweg und 1991, im 90. Jubiläumsjahr, Jürgen Hecht als Ruderweltmeister im Deutschlandachter.

Die legendären Harkortseeregatten und die Bundesentscheide für Jungen und Mädchen bringen in den 70er und 80er Jahren stets viele Sportler und Freunde des Rudersportes zum Obergraben und verhelfen dem Verein, der Stadt Wetter und der Region an der Ruhr zu überregionaler Bekanntheit und Beliebtheit. Ungewöhnliche Wanderfahrten in Irland, Israel oder in der Camargue/Frankreich und viele, weniger spektakuläre Wanderfahrten schweißen die RCM - Gemeinschaft zusammen und runden das Vereinsleben ab.

Seit 2006 ist der RCM mit einem kleinen Mitarbeiterstab auf einem neuen Weg. Einer Zeit der Konsolidierung folgt die Renovierung des Bootshauses und des Bootsparks. Die Verpachtung der Gastronomie wird komplett umgestaltet, sodass wieder regelmäßig neues Material eingekauft werden kann. Nach langer jugendarmer Zeit wird 2006 der jetzige Trainer Mark Lukas verpflichtet, der im Rudersport am Obergraben neue Akzente setzt und in kurzer Zeit viele Nachwuchssportler und Freunde für den Verein gewinnen konnte.